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Regen

Warum schätzt man heutzutage den Regen nicht mehr? Weil man ihn nicht mehr kennt? Fast Jedermann geht trocken in die Garage, besteigt sein Auto, fährt bis in die Tiergarage am Zeilort, und tätigt trocken seine Wege. Fällt Regen, ist das Wetter prinzipiell schlecht! Man ist Mißmutig, der Tag ist ruiniert. Die Kleidung ist nicht für Regen und schon gar nicht den hinzukommenden Wind berechnet. Man empfindet es als kalt und naß - ungemütlich eben. Und wenn der Wind auch noch um die Ohren pfeift, ist die Laune im Keller. Dabei kann Regen etwas sehr Erbauliches, Friedliches und Beruhigendes sein.

Daher sollte man sich wieder einmal ganz bewußt bei Regen aufmachen zu einer Wanderung! Bekleidet mit einer guten Regenjacke oder einer Pellerine oder auch einfach gut beschirmt kann man ruhig den Versuch wagen, unterwegs zu sein! Entlang der Forststraßen, die ein gemütliches Wandern (und nebenbei gemütliches Plaudern) ermöglichen, sind jede Menge interessanter Beobachtungen zu machen, die ansonsten unmöglich sind. Und man kommt dem verlorenen Wissen wieder ein Stückchen nächer: WASSER IST LEBEN!

In Talnahen Bereichen sind die wunderbar auffällig gefärbten Feuersalamander unterwegs. Weiter oben, so um die 1000 m über dem Meeresspiegel, finden wir die schwarzen "Brüder" des Feuersalamanders, nämlich den Alpensalamander. Beiden gleich ist die Eigenart, bei Regen besonders häufig herumzukriechen.

Nähern wir uns einem Tümpel und beobachten die Wasseroberfläche, sehen wir zunächst gar nichts. Aber investieren wir einige Minuten und halten wir still, können wir beobachten, wie seltsame Unterwasserwesen mit vier Beinen und einem platten Schwanz sich zur Wasserobefläche schlängeln, nach Luft schnappen und sofort wieder untertauchen und in der Tiefe verschwinden. Achten wir auf den Moment der Richtungsumkehr und haben wir etwas Glück, sehen wir helles leuchtendes Orange aufblitzen: das ist die auffällig gefärbte Unterseite des ansonsten graubraunen, eher schlicht gefärbten Bergmolches.

Ist der Tümpel groß genug, genauer tief genug, um nie auszutrocknen, können wir im vorhandenen Unterwasserbewuchs die auf den ersten Blick häßlich wirkende Erdkröte finden. Aber blicken wir diesem Tier in die Augen, kann man ein wunderschönes goldgefärbtes Auge bemerken, das seinesgleichen sucht ...

Verfügt der Tümpel über nur flache Bereiche, ist ebenfalls nach einiger Zeit die Gelbbauchunke zu sehen - oder auch durch leises "unken" zu hören. Sie ist aufgrund ihrer hervorragenden Tarnfarbe nur schwer zu entdecken, wenn sie sich nicht bewegt oder beim Rufen die Wasseroberfläche zum Kräuseln bringt.

Am Ufer, aber auch irgendwo anders im Unterbewuchs finden wir den oft fast bunt gefärbten Grasfrosch temperamentvoll hüpfend und sich dadurch der Beobachtung entziehend.

Und ist der Boden seitwärts der Forststraßen feucht genug ist immer ein Heer von interessant gefärbten großen Nacktschnecken zu finden, deren Musterung und Färbung wohl mehr als einen flüchtigen Blick verdient.

 
 

Achja, und zum Abschluß sei noch bemerkt: nur wer einmal so richtig durchfeuchtet, vielleicht ein bisserl fröstelnd eine warme Stube betritt, lernt wieder zu bemerken, daß eine heiße Suppe es sogar locker mit einer 4-Sterne-Gatronomie aufnehmen kann.Vielleicht sollten wir den nächsten Regentag als Anlaß nehmen, um wieder einmal in den Zustand zu gelangen, daß es egal ist wie sehr es regnet oder gar schüttet. Vielleicht dabei das Wunder von hüpfenden, springenden und zerplatzenden Wassertropfen, die auf Wasseroberflächen, auf Blätter oder auch auf weichem Waldboden fallen WIEDER BEMERKEN ZU LERNEN! Wann waren Sie das letzte Mal im Regen unterwegs? Und ich meine nicht bloß die wenigen Schritte zwischen Auto und einem Dach übern Kopf .....

 
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