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Vogelfedern
Die schönsten Spuren, die ein Vogel hinterlassen kann, sind wohl seine Federn. Die Menschen haben sich in grauer Vorzeit - ja sogar bis in heutige Tage - gern damit geschmückt. Etwas Geheimnisvolles geht von Ihnen aus - das sanfte Schweben, wenn man sie aufhebt und losläßt, das Wissen um die Kunst des Fliegens, die Zartheit des Gebildes, und oft die Buntheit der schillernden oder flächigen Farben ....
Man muß sich schon Mühe geben, wenn man sie bestimmen will. Zusätzlich zu einem speziellen Bestimmungsbuch notwendig ist ein gutes Auge, eine gute Artenkenntnis und auch genügend Wissen über Vorkommen und Lebensweise. Kenntnisse der Ansprüche an den Lebensraum helfen bei der Bestimmung ebenfalls schon weiter. Aber man muß auch die Grenzen beachten - nur die Konturfedern, also Flügel und Schwanzfedern lassen sich so bestimmen. Die Körperfedern sind für den einfachen Betrachter praktisch nicht zu unterscheiden.
Man findet Federn auf zwei Arten, nämlich als Einzelfedern z.B. in der Mauser (Wechsel des Federkleides) oder durch Attacken von Freßfeinden oder anderen Unfällen:
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Links sehen wir eine Schwanzfeder eines Sperbers. Schwanzfedern sind meist gerade, nur am unteren ist der Kiel fallweise gebogen oder leicht geknickt, je weiter die Feder vom Außenrand der Befiederung stammt. |
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| Rechts eine Rechte Armschwinge eines Waldkauzes. Die Flügelfedern weren in handschwingen und Armschwingen unterteilt. Beide sind meist durchgehend in eine Richtung gebogen. |
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| Eine Rechte Handschwinge von einer Ringeltaube. Charakteristisch das Federbüschel an der Wurzel und der feine weiße Außenrand, der - bei zusammengefaltetem Flügel durch übereinanderliegen mehrerer gleich gefärbter Federn - einen seitlichen weißen Strich ergibt. |
Die zweite Möglichkeit liegt im Auffinden der Fraßstellen von Greifvögeln, sogenannten "Rupfungen" oder bei Unfällen durch Anprall (Glasscheiben, Auto ...). Keinesfalls sollte man Tiere zum Zwecke des "Sammelns" eigens dafür töten - es sei darauf hingewiesen, daß alle abgebildeten Federn aus natürlichen Funden stammen.
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Das Federkleid einer Kohlmeise wirkt als "Explosionspräparat" sehr viel schlichter als am lebenden Vogel. Das liegt auch daran, daß durch das übereinanderliegen der Federn die Farben dichter wirken und besser zur Geltung kommen und/oder das auftreffende Licht besser reflektiert wird.
Beachtenswert sind die deutlichen Unterschiede der kleinen Ober- und Unterdeckfedern der Schwanzwurzeln (Mitte und unten im Bild) |
Das hier präparierte Gefieder eines Zilpzalp ließe sich nur schwer bestimmen, würde man nur die Konturfedern oder gar eine einzelne Feder finden. In diesem Fall konnte durch die Farbe der Beine eindeutig vom praktisch gleich aussehenden Fitis unterschieden werden.
Hierdurch werden auch die Grenzen der Bestimmungsmöglichkeiten klar: sind einzelne Federn unauffällig gefärbt und haben eine gleichförmige Erscheinungsform, ist eine Bestimmung oft unmöglich!
Was dann? Nun, einfach sich freuen über den Fund und ein bisserl sinnieren über die Umstände, wie der unbekannte gefiederte Freund die Feder verloren hat ..... |
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Einfacher ist die Bestimmung dann schon bei solchen auffälligen Funden an einer Rupfstelle. Hier fiel ein (junger?) Grünspecht einem Greifvogel zum Opfer.
Warum nicht einem Vierpfoter? Nun, die beißen oft die Federn ab, sodaß die Spitze der Spindel fehlt. Greifvögel rupfen sie als Ganzes aus und knicken sie manchmal nur .... |

Zum Abschluß noch die jeweilige rechte und linke Handschwinge eines Buntspechtes. Die obere könnte (muß aber nicht) abgebissen worden sein und somit auf einen vierbeinigen Räuber hinweisen. Da sie aber an der Spitze schon verkrümmt ist, was auf ein längeres Liegen schließen läßt, könnte sie auch von Mäusen angenagt worden sein ... Tja, nicht alle Geheimnisse gibt Mütterchen Natur preis - sie lüftet nur manchmal einen Zipfel und läßt uns - vielleicht - drunterschauen!

Man sieht, es lohnt sich, sich zu bücken, nach einer Feder zu greifen und sie aufzuheben, um sie näher zu betrachten. Sie verrät einem schon manches, auch wenn man nicht gleich genau sagen kann, wer sie hier vor unseren Füßen ausgestreut hat. Ein wenig Interesse für die Natur und ihre kleinen Wunder ist aber schon Voraussetzung .....
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