Die besten, am deutlichsten lesbaren Spuren findet man nach nur geringem Schneefall bei goßer Kälte, wodurch die Schneeflocken ganz zart sind und die Flocken praktisch nur aus je einem einzelnen Kristall bestehen. Hierdurch ergibt sich eine ganz dünne, locker liegende Schneeschicht, die auch zarte Spuren aufnimmt und einige Zeit bewahrt:
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Jeder fängt klein an: hier sehen wir die zarten Spuren eines Buchfinkes, der relativ zielstrebig in eine Richtung marschiert ist.
Achtung: eine Artbestimmung nach der Spur im Schnee alleine ist bei kleinen Vögeln praktisch unmöglich! Hier konnte der Buchfink direkt beobachtet und somit identifiziert werden.
Man beachte, daß bei dieser Spur die Füße nur sehr nachlässig gehoben werden, wodurch jeweils die Mittelzehe beim Vorziehen mit der Kralle eine lange Furche zurückläßt. |
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Hier ist die Spur desselben Buchfinks zu sehen: diesmal kurvt er kräftig in der Gegend herum und obwohl der Schnee um ein Geringes tiefer ist als bei der obigen, kann man hier zusätzlich das "Nachschleppen" der Hinterkralle deutlich ausmachen |
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Hier hat eine Maus ihr Leben aufs Spiel gesetzt, indem sie auf der freien Schneefläche wonach immer gesucht hat. Was wohl der Grund für die Mulde in der Spur ist? Jedenfalls hat sie die Mulder mit einem größeren Hopser verlassen .... Die Richtung der Spur erkennt man aus dem in der Mitte befindlichen Schwanzabdruck, der sich "hinter" den Pfoten abdrückt und so ein manchmal herzförmige Spur ergibt, wobei hierbei die Spitze des Herzens nach "hinten" zeigt. |
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Hier ein Detail der Spur: Es sind praktisch nur die Eindrücke der Hinterbeine zu sehen, die exakt in die Spur der Vorderpfoten gesetzt werden - die Maus lief von links nach rechts, wie der Abdruck des Schwanzes zeigt. |
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Diesmal hat sich eine Maus durch den Tiefschnee bewegt .... Wie kam diese Spur zustande?
Ganz einfach: das Mäuschen lief hin und her und hin und her .... die untere Spur verläuft deckungsgleich zweimal in derselben Linie.
Aber halt: die Eindrücke zeigen ja, daß das Mäuschen dreimal nach rechts und einmal nach links lief .... hm hm hm .... nicht alle Geheimnisse gibt der Schee preis .... |
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Der Tiefschnee hat so seine Tücken: erst eine Nachschau am Bachufer ergab, daß es sich tatsächlich um eine - leicht verwehte bzw. eingefallene - Spur des Fuchses handelt. Leicht kann man diese Spur mit Gams oder Reh verwechseln, wenn die Trittsiegel nicht deutlich sind.
Aber hier ist der Fuchs artig geschnürt ... diese Bezeichnung kommt von den perlenschnurartig in eine Linie gesetzten Spuren der Pfoten. |
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Nur so ähnlich wie die Fuchsspur zeigt sich die Spur des Marders: er setzt im kurzen Galopp immer die Pfoten paarweise knapp schräg nebeneinander. Vorsicht aber bei Tiefschnee! Dann können die Doppeleindrücke miteinander "verschmelzen" und simulieren eine Hirsch- oder gar eine Luchsfährte ! |
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Markant sind die Fährten der Hasen: die Vorderpfoten drücken sich im Sprungmuster hintereinander ab, die Hinterpfoten werden schräg nebeneinander gesetzt. Wir sehen hierbei, wie weit die Hinterpfoten VOR die Vorderpfoten greifen.
Nachdem ich mich hier in höheren Lagen befinde, handelt es sich um die Fährte eines Schneehasen, was auch durch die wesentlich breiteren Teller der (behaarten) Hinterpfoten bestätigt wird. Für diesen Vergleich sollte man aber schon ein wenig Erfahrung in der Spurenkunde mitbringen .... |
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Hier die breit ausgeformte Spur der Vorderpfoten des Schneehasen.
Deutlich sind die weit abgespreizten Zehen zu sehen, die so - wie ein Schneeteller - ein zu tiefes Einsinken im Schnee verhindern. |
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Hier ist die schon ein wenig verwehte Spur eines Feldhasen zu sehen. Die Spur wirkt zwar allgemein schlanker, aber Vorsicht: auch durch die beginnende Verwehung werden Spuren in ihrem Wesen verändert und dies muß beim Lesen der Spur immer in Betracht gezogen werden! |
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Eine einzelne Spur einer Gemse: deutlich sind die keilförmig zulaufenden Schalen zu erkennen, die vorne eher abgerundet wirken. Die Abdrücke rechts kommen von den "Afterklauen", rückgebildete Zehen, die sich an der Hinterseite des Laufes oberhalb der Hufe befinden.
Nach links sieht man eine Furche, die durch den oft schleppenden Gang der Gemsen im Schnee entstehen, wobei der Huf nicht ganz aus dem Schnee gehoben wird. |
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Ein kostbares Bild von der Waldgrenze im Nationalpark Kalkalpen: Die Spur eines Braunbären!
Typisch ist das unregelmäßig erscheinende Bild der Fährte, das einen torkelnden Gang vermuten läßt. |
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Der Mensch zieht besonders leicht zu identifizierende Spuren: Die Schuhe hinterlassen scharfe Kanten, die Schistöcke neben der Spur ist ein weiteres sicheres Merkmal, daß es sich um Menschenspuren handelt.
Aber auch hier gilt: Vorsicht bei verwehendem Schnee! Nicht selten gaukelt einem dann die Fantasie Bären- oer Hirschspuren vor .... |
| Aber nicht nur direkte Fährten von Pfoten, Füßen und Läufen geben uns Hinweise auf das Vorhandensein von Tieren. Auch solche Spuren wie auf den nachstehenden Bildern lassen sich deuten: |
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Hierbei handelt es sich um Losung von Birkwild. Wer nun meint, diese große Haufen liegen unter einem Baum, unterliegt einem Irrtum: Das Birkwild läßt sich in strengen Winter in Höhen bis zu 1800 m einfach einschneien und verbringt die Zeit möglichst bewegungslos und somit Energiesparend in diesen Schneehöhlen. Die in dieser Zeit abgesetzten Losungshäufchen erlauben Rückschlüsse über die Dauer der unter der Schneedecke verbrachten Zeit. |
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Dieses Birkwild hat also eine wesentlich kürzere Zeit, wahrscheinlich nur einen Tag, in der Schneehöhle verbracht.
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Auch sehr individuelle Unterschiede (ruhiges sitzen= dichter Haufen gegen unruhiges, nervöses Verweilen= verstreuter Haufen) lassen sich erkennen, wobei allerdings einschränkend beachtet werden muß, wie alt die Losungshaufen sind bzw. die Höhe der Schneelage das "zerlaufen" während des ausaperns beeinflußt. |
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Wenn im Frühjahr diese Stellen dann ausapern kann man am Rand von Lichtungen in den Latschengebüschen überall diese dunklen Losungshäufchen sehen. Dies erlaubt Rückschlüsse auf das Vorkommen der doch meist sehr heimlich lebenden Birkhühner.
Die Stöcke markieren die Positionen an denen das Birkwild diese Tage verbracht hat. Die Häufung zeigt, daß bewußt gut geeignete Stellen in der Nähe von Latschengebüschen ausgewählt werden, um z.B. starken Winden zu entgehen. |